Veranstaltung
Vom Schimpfwortarchiv bis zum Gießkannenmuseum
Künstlerin Ingke Günther zeigt in der Leica Welt in Wetzlar, wann alltägliches Sammeln zur künstlerischen Praxis wird
19.11.2026
TicketsWas haben Schimpfwörter, Gießkannen und alltägliche Beobachtungen gemeinsam? Sie können zum Ausgangsmaterial für Kunst werden. In ihrem Vortrag „Sammeln als künstlerische Strategie“ gibt die Gießener Künstlerin Ingke Günther Einblicke in eine Arbeitsweise, bei der das Zusammentragen von Worten, Dingen, Statements und Geschichten eine zentrale Rolle spielt.
Anhand konkreter Projekte zeigt Günther, wie aus alltäglichem Sammeln künstlerische Praxis entstehen kann. Ein Beispiel ist ihr Langzeitprojekt „Schimpfwortarchiv“, in dem Sprache selbst zum Gegenstand des Sammelns und der künstlerischen Auseinandersetzung wird. Darüber hinaus stellt sie partizipative Arbeiten sowie ein Museum für materielle Alltagskultur vor. Als Kuratorin des Gießkannenmuseums beschäftigt sie sich zudem mit einem vertrauten Gebrauchsgegenstand, der durch das systematische Sammeln in neue Zusammenhänge rückt.
Im Zentrum des Vortrags steht die Frage, was geschieht, wenn Dinge und Informationen ausgewählt, zusammengetragen und neu geordnet werden. Günther versteht Sammeln dabei nicht nur als Aufbewahren, sondern als künstlerische Methode, mit der Alltagsphänomene sichtbar gemacht, gestaltet und Kommunikation zwischen Menschen angestoßen werden kann.
Der Vortrag „Sammeln als künstlerische Strategie“ mit Ingke Günther findet am Donnerstag, 19. November 2026, in der Leica Welt in Wetzlar statt. Einlass ist ab 18:00 Uhr, Beginn um 18:30 Uhr.
Über Ingke Günther
Ingke Günther, geboren 1968, lebt in Gießen und beschäftigt sich als bildende Künstlerin insbesondere mit alltagskulturellen Phänomenen. Sie arbeitet mit Worten, realisiert Aktionen im öffentlichen Raum und entwickelt Projekte, in denen das Sammeln künstlerisch produktiv wird. Günther ist Teil der interdisziplinären Künstlergruppe „gärtnerpflichten“, Kuratorin des Gießkannenmuseums und lehrt Kunstpraxis an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Zudem ist sie Mitglied im Deutschen Künstlerbund.
Mit dem Vortrag in der Leica Welt trifft damit eine in Gießen verankerte künstlerische Position auf ein Publikum in Wetzlar. Im Mittelpunkt stehen Dinge und Beobachtungen, die zunächst unscheinbar wirken – und die Frage, was sich verändert, wenn sie gesammelt, geordnet und zum Gegenstand von Kunst werden.
Ernst Leitz Museum
Öffnungszeiten
Montag – Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr
Preise